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Wer zu Hause gepflegt wird, verbringt einen grossen Teil des Tages im Bett — und je länger jemand liegt und sich seltener aus eigener Kraft bewegt, desto mehr entscheidet die Liegefläche über drei Dinge zugleich: ob das Aufstehen sicher gelingt, ob die Betreuungsperson rückenschonend arbeiten kann und ob die Haut an Fersen, Gesäss und Hüften gesund bleibt. Häufig genügt es, das vorhandene Bett mit einfachen Mitteln in Höhe und Zugang anzupassen; steigt das Risiko für wundgelegene Stellen, kommt eine Auflage oder eine besondere Matratze hinzu. Die Kostenfrage fällt dabei je nach Produkt völlig unterschiedlich aus: Ein normales Bett und eine normale Matratze sind Selbstzahlung, eine Antidekubitus-Auflage oder -Spezialmatratze steht mit ärztlicher Verordnung auf der Mittel- und Gegenständeliste, und das eigentliche Pflegebett folgt noch einmal eigenen Regeln. Dieser Ratgeber erklärt, wann das vorhandene Bett genügt und welche Anpassungen es sicherer machen, wie ein Wundliegen entsteht und wie sich das Risiko einschätzen lässt, worin sich Weichlagerung und Wechseldruck bei Antidekubitus-Systemen unterscheiden, worauf es bei Matratze und Bezug ankommt, welche Kosten die Grundversicherung übernimmt und welche selbst zu tragen sind.

Wir arbeiten laufend daran, interessante und nützliche Informationen rund um die Pflege zuhause für unsere Kunden und Interessenten zusammenzutragen. Diese Ratgeber-Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit ausgewählten Pflegeexperten.
Nicht jede Pflegesituation zu Hause verlangt sofort ein Spitalbett. Solange jemand selbstständig oder mit etwas Hilfe ins und aus dem Bett kommt, sich im Liegen umdrehen kann und die Haut unauffällig bleibt, ist das gewohnte Bett oft die bessere Wahl — vertraut, wohnlich und ohne technischen Charakter. Der erste Schritt ist deshalb selten der Kauf eines neuen Betts, sondern der prüfende Blick auf das, was schon da ist, und die Frage, welche kleinen Eingriffe den grössten Sicherheitsgewinn bringen.
Zwei Dinge fallen dabei ins Gewicht: die Höhe und der Zugang. Ein zu niedriges Bett zwingt beim Aufstehen in eine tiefe Hocke, belastet die Knie und macht die Unterstützung durch eine Betreuungsperson beschwerlich; ein zu hohes erschwert das sichere Absitzen, weil die Füsse den Boden nicht flach erreichen. Als praktikabel gilt eine Sitzhöhe, bei der die Füsse beim Sitzen auf der Bettkante flach auf dem Boden stehen und Knie sowie Hüfte etwa einen rechten Winkel bilden — dieselbe Faustregel, die auch für einen gut nutzbaren Stuhl gilt. Erreichen lässt sich das mit stabilen Bettfüssen oder Erhöhungsblöcken, die das ganze Bett gleichmässig anheben; wichtig ist, dass die Erhöhung fest und kippsicher ist und das Bettgewicht sicher trägt. Für die Betreuungsperson zählt dieselbe Höhe aus umgekehrter Sicht: Ein zu tiefes Bett zwingt sie beim Waschen, Umlagern und Anziehen dauerhaft in eine gebückte Haltung — genau hier setzt später das höhenverstellbare Pflegebett an, das die Arbeitshöhe auf Knopfdruck anpasst.
Für den Zugang selbst helfen mehrere einfache Hilfen, die sich am vorhandenen Bett nachrüsten lassen. Eine feste Aufstehhilfe am Bettrand oder ein Haltegriff an der Wand gibt beim Aufsetzen und Aufstehen einen sicheren Griffpunkt; eine Bettleiter — ein am Fussende befestigtes Gurtband mit Sprossen — hilft, sich aus dem Liegen selbstständig aufzurichten. Wo die Sturzgefahr beim nächtlichen Aufstehen gross ist, kann eine niedrige Bettseite oder eine Bettschutzkante das Herausrollen verhindern, ohne den Menschen wie ein hohes Seitengitter einzuschliessen. Diese Einzelteile wirken unscheinbar, entscheiden im Alltag aber darüber, ob jemand noch selbstständig ins und aus dem Bett kommt oder bei jeder Bewegung auf Hilfe angewiesen ist.
Auch mit Zubehör lässt sich viel erreichen, ohne das Bett selbst zu ersetzen. Ein Bettgalgen mit Triangelgriff — der Bügel, der von oben über dem Kopfende hängt — erleichtert das eigenständige Aufrichten und Umlagern und entlastet gleichzeitig die Betreuungsperson. Ein zusätzliches Rückenkissen oder eine keilförmige Lagerungshilfe bringt den Oberkörper in eine bequemere, aufrechtere Position, was das Atmen und das Essen im Bett angenehmer macht; kleinere Lagerungskissen unter Waden oder zwischen den Knien nehmen Druck von gefährdeten Stellen. Erst wenn die Pflege es verlangt — häufiges Umlagern, eine variabel verstellbare Liegeposition, eine für die Betreuungsperson dauerhaft rückenschonende Arbeitshöhe —, wird ein höhenverstellbares Pflegebett zum Thema. Wie ein solches Bett aufgebaut, ausgewählt und finanziert wird, behandelt der eigene Ratgeber zu Pflegebett und Hebebett — hier genügt der Hinweis, dass ein Pflegebett anderen Finanzierungsregeln folgt als eine Matratze und weiter unten deshalb getrennt eingeordnet wird.
Bevor sich die Frage nach der richtigen Matratze sinnvoll beantworten lässt, lohnt der Blick auf das Problem, das eine Spezialmatratze überhaupt lösen soll: das Wundliegen, fachlich Dekubitus genannt. Es entsteht nicht durch mangelnde Sauberkeit, sondern durch anhaltenden Druck. Wo das Körpergewicht über längere Zeit auf eine kleine Fläche drückt, werden die feinen Blutgefässe zusammengepresst, das Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und beginnt abzusterben. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Druckhöhe und Druckdauer: Schon ein mässiger, aber ununterbrochener Druck kann Schaden anrichten, wenn er nur lange genug einwirkt — und genau das passiert, wenn jemand viele Stunden bewegungslos in derselben Position liegt.
Gefährdet sind vor allem Körperstellen, an denen ein Knochen dicht unter der Haut liegt und wenig Muskel- oder Fettgewebe polstert. In Rückenlage sind das vor allem Kreuzbein und Steissbein, die Fersen und die Schulterblätter, dazu der Hinterkopf; in Seitenlage die Hüftknochen und die Aussenseite der Knöchel. Neben dem reinen Druck spielen Scherkräfte eine Rolle — sie entstehen etwa, wenn ein Mensch mit erhöhtem Oberkörper im Bett langsam nach unten rutscht und sich die Hautschichten gegeneinander verschieben — sowie Feuchtigkeit, die die Haut aufweicht und anfälliger macht, häufig bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen. Das erklärt, warum das Wundliegen kein Randproblem ist: Betroffen sind gerade jene Menschen, die sich nicht mehr selbst umlagern können und deshalb zu Hause gepflegt werden.
Ist eine Stelle bereits geschädigt, wird sie in der Pflege nach ihrem Schweregrad eingeteilt — die international gebräuchliche Klassifikation nach EPUAP und NPUAP unterscheidet vier Grade. Grad 1 zeigt sich als anhaltende Hautrötung, die auf Fingerdruck nicht verschwindet, bei noch intakter Haut; Grad 2 als oberflächlicher Hautdefekt oder Blase; Grad 3 als tiefer, offener Defekt durch alle Hautschichten; Grad 4 reicht bis auf Muskeln, Sehnen oder Knochen. Diese Einteilung ist kein Selbstzweck: Sie bestimmt mit, welche Matratzenstufe angemessen ist — von der einfachen Weichlagerung bei beginnendem Risiko bis zur dynamischen Wechseldruckmatratze bei fortgeschrittener Schädigung.
Gut zu wissen
Keine Matratze ersetzt die Bewegung. Der wirksamste Schutz vor dem Wundliegen bleibt das regelmässige Umlagern in Verbindung mit entlastender Lagerung und aufmerksamer Hautbeobachtung. Eine Antidekubitus-Auflage oder -Spezialmatratze verteilt den Druck auf eine grössere Fläche und erhöht so die Sicherheit im Alltag — sie verlängert den Spielraum, ersetzt die Aufmerksamkeit der Pflege für die gefährdeten Stellen aber nicht.
Ob eine gewöhnliche Matratze genügt, eine Auflage sinnvoll ist oder gleich eine Spezialmatratze gebraucht wird, hängt am eingeschätzten Risiko — und diese Einschätzung gehört in fachliche Hände. In der Schweiz beurteilen die behandelnde Ärztin oder die Pflegefachpersonen der Spitex das Dekubitusrisiko im Rahmen der Bedarfsabklärung; sie berücksichtigen dabei den Allgemeinzustand, die Beweglichkeit, die Ernährung und den Hautzustand. Die Selbsteinschätzung durch Angehörige ersetzt das nicht, hilft aber, gefährdete Situationen früh zu erkennen und rechtzeitig fachlichen Rat einzuholen.
Als Hilfsmittel für diese Beurteilung sind in der Pflege standardisierte Risikoskalen gebräuchlich; am bekanntesten und wissenschaftlich am besten untersucht ist die Braden-Skala. Sie bewertet sechs Bereiche — sensorisches Empfindungsvermögen, Feuchtigkeit der Haut, Aktivität, Mobilität, Ernährung sowie Reibungs- und Scherkräfte — und fasst sie zu einem Punktwert zusammen; je niedriger der Wert, desto höher das Risiko. Eine solche Skala liefert kein starres Urteil, sondern eine strukturierte Grundlage, die die Fachperson mit ihrem klinischen Eindruck zusammenführt. Für Angehörige ist weniger der genaue Punktwert wichtig als das Verständnis, welche Faktoren das Risiko treiben: wer sich kaum bewegt, wenig isst und trinkt, unter Inkontinenz leidet oder Berührungen und Druck nicht mehr spürt, ist deutlich stärker gefährdet und braucht früher eine druckverteilende Unterlage.
Praktisch bedeutet das: Zeigt die Haut an den gefährdeten Stellen erste, nicht wegdrückbare Rötungen, oder verbringt jemand zunehmend Zeit liegend, ohne sich selbst umzulagern, ist das der Moment, die Matratzenfrage mit der Spitex oder der Ärztin zu besprechen — nicht erst, wenn eine offene Stelle da ist. Vorbeugen ist bei diesem Thema ungleich wirksamer und schonender als Behandeln, weil eine einmal entstandene Wunde über Wochen bis Monate braucht, um zu heilen.
Ist der Bedarf an einer druckverteilenden Unterlage erkannt, stehen zwei grundlegend verschiedene Wirkprinzipien zur Wahl, die sich in Technik, Anwendung und Nebenwirkungen unterscheiden. Das eine verteilt den Druck statisch auf eine grössere Fläche, das andere verändert ihn dynamisch über die Zeit — und welches Prinzip passt, hängt vom Risiko und vom Zustand der Haut ab.
Die Weichlagerung ist das passive, geräuschlose Prinzip. Eine Matratze oder Auflage aus viskoelastischem Schaum — dem sogenannten Memory-Schaum, der sich der Körperform anpasst — oder aus Gel lässt den Körper etwas einsinken, sodass sich die Auflagefläche vergrössert und das Gewicht auf mehr Fläche verteilt. Schaum ist leicht, wartungsfrei und braucht keinen Strom; Gel passt sich präzise an und wirkt temperaturausgleichend, ist aber schwerer. Diese Systeme eignen sich zur Vorbeugung und bei niedrigem bis mittlerem Risiko. Ihr Vorteil ist die Einfachheit: kein Motor, kein Geräusch, kein Kabel — und dadurch auch kein Bauteil, das ausfallen kann.
Die Wechseldruck-Systeme arbeiten dynamisch und mit Technik. Sie bestehen aus mehreren nebeneinanderliegenden Luftkammern, die eine kleine elektrische Pumpe abwechselnd füllt und wieder entleert. Dadurch verlagert sich die Auflagefläche fortlaufend, und keine Körperstelle trägt dauerhaft den vollen Druck — das System übernimmt gewissermassen einen Teil des Umlagerns. Diese aktive Druckentlastung ist bei hohem Risiko oder bei einem bereits bestehenden, fortgeschrittenen Druckgeschwür angezeigt, wo die reine Weichlagerung nicht mehr ausreicht. Der Preis dafür sind die Nachteile eines motorisierten Systems: ein leises, aber dauerhaftes Pumpengeräusch, die Abhängigkeit von Strom und eine Bauart, die manche Menschen als weniger stabil empfinden. Daneben gibt es Hybrid-Auflagen, die viskoelastischen Schaum mit Luftkammern kombinieren, ohne aktiv zu pumpen — als Mittelweg für den Übergangsbereich.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Auflage und Vollmatratze. Eine Auflage wird auf die vorhandene Matratze gelegt und lässt sich rasch nachrüsten, ohne das gewohnte Bett zu verändern — das genügt bei beginnendem Risiko. Bei hohem Risiko oder bestehender Wunde ersetzt eine Spezialmatratze die normale Matratze vollständig, weil nur so die volle Höhe für die Druckentlastung zur Verfügung steht. Welche Stufe im Einzelfall die richtige ist, gehört — wie schon bei der Risikoeinschätzung — in die fachliche Beurteilung durch Ärztin oder Spitex; die folgende Übersicht ordnet die drei Stufen und ihre Kostenlogik nur grob ein.
Die Matratze ist bei längerem Liegen wichtiger als das Bettgestell, denn sie entscheidet über Komfort und über die Gesundheit der Haut. Nachdem die vorangehenden Kapitel das Dekubitusrisiko und die Antidekubitus-Systeme eingeordnet haben, geht es hier um die praktische Auswahl entlang dreier Fälle, die aufeinander aufbauen und zugleich die spätere Kostenfrage vorzeichnen.
Solange sich eine Person selbst regelmässig umlagert und die Haut keine Anzeichen von Überlastung zeigt, genügt eine gute Standard- oder Komfortmatratze. Wichtig sind hier ein passender Härtegrad, eine Höhe, die zum Bett und zum Ein- und Aussteigen passt, und vor allem ein abnehmbarer, waschbarer und atmungsaktiver Bezug. Bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen kommt dem Bezug besondere Bedeutung zu: Ein feuchtigkeitsdichter, aber zugleich dampfdurchlässiger Bezug — häufig als Encasing oder als PU-beschichteter Inkontinenzbezug bezeichnet — schützt den Matratzenkern vor eindringender Flüssigkeit, ohne einen Wärme- und Feuchtigkeitsstau unter dem Körper zu erzeugen, der die Haut zusätzlich aufweichen würde. Genau diese Kombination aus dicht und atmungsaktiv ist der Punkt, an dem sich ein guter Bezug von einer simplen Plastikfolie unterscheidet, unter der die Haut ins Schwitzen gerät. Eine solche Matratze bleibt eine gewöhnliche Anschaffung.
Sobald jemand viel Zeit liegend verbringt und sich seltener aus eigener Kraft bewegt, steigt das Risiko für Druckstellen an Fersen, Gesäss, Hüften und Schultern. Hier kommt die Antidekubitus-Auflage ins Spiel: Sie wird auf die vorhandene Matratze gelegt und verteilt den Druck gleichmässiger — als Weichlagerungsauflage aus Schaum oder Gel oder als dynamische, luftgefüllte Wechseldruckauflage mit kleiner Pumpe. Der Vorteil ist der geringe Aufwand: Das gewohnte Bett und die Matratze bleiben, die Auflage lässt sich rasch nachrüsten und bei Bedarf ebenso rasch wieder entfernen.
Bei hohem Risiko oder einem bereits bestehenden Druckgeschwür reicht eine Auflage in der Regel nicht mehr. Dann ersetzt eine Antidekubitus-Spezialmatratze die normale Matratze vollständig. Weichlagerungsmatratzen umschliessen den Körper und verteilen die Auflagefläche, Wechseldruckmatratzen verändern den Druck rhythmisch über Luftkammern, sodass keine Stelle dauerhaft belastet wird. Solche Systeme werden häufig nur für eine begrenzte Zeit gebraucht — etwa bis eine Wunde abgeheilt ist — und deshalb oft gemietet statt gekauft. Ein praktischer Punkt bei der Auswahl, der leicht übersehen wird: Ist die Liegefläche des Betts verstellbar, muss auch die Matratze biegbar sein, damit sie dem Kopf- und Fussteil folgt, ohne Falten zu werfen, an denen wieder Druck entsteht.
Wichtig
Die ärztliche Verordnung sollte vor der Anschaffung vorliegen, und die genaue MiGeL-Position samt Höchstvergütungsbetrag lässt sich vorab mit der Krankenkasse klären — was über den Höchstbetrag hinausgeht, bleibt Eigenanteil. Wird eine Spezialmatratze nur vorübergehend gebraucht, ist die Miete meist die günstigere Lösung; auch Mietkosten können unter denselben Voraussetzungen abgerechnet werden.
Hier liegt der Punkt, an dem viele Ratgeber pauschal werden. Deshalb der wichtigste Satz zuerst: In der Schweiz hängt die Kostenübernahme beim Bett und bei der Matratze am einzelnen Produkt, nicht am Alter und nicht an einer Pflegestufe. Massgeblich ist, ob ein Produkt auf der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) des Bundesamts für Gesundheit steht. Für gelistete Positionen vergütet die obligatorische Grundversicherung (OKP) — mit ärztlicher Verordnung und bis zu einem festgelegten Höchstvergütungsbetrag; Franchise und Selbstbehalt trägt man wie üblich selbst.
Für die drei Matratzenfälle bedeutet das: Eine normale Matratze und ein gewöhnliches Bett stehen nicht auf der MiGeL — sie gelten als Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens und sind Selbstzahlung, ebenso das übliche Zubehör wie Kissen oder Erhöhungsblöcke. Antidekubitus-Hilfsmittel dagegen — sowohl die Auflage als auch die Spezialmatratze — sind auf der MiGeL als Position vertreten und können mit ärztlicher Verordnung über die Grundversicherung vergütet werden. Dieser Weg gilt altersunabhängig: Er steht Menschen im IV- wie im AHV-Alter offen, weil die MiGeL diese Grenze nicht kennt. Ob im Einzelfall die Auflage oder die vollwertige Spezialmatratze verordnet wird, richtet sich nach dem festgestellten Dekubitusrisiko — und schliesst damit an die fachliche Einschätzung an, die weiter oben beschrieben ist.
Ein wiederkehrendes Missverständnis betrifft die Reichweite der Verordnung: Vergütet wird das gelistete Antidekubitus-Hilfsmittel, nicht ein beliebig teures Modell. Liegt der Preis des gewählten Produkts über dem Höchstvergütungsbetrag der MiGeL-Position, bleibt die Differenz Eigenanteil — deshalb lohnt es sich, die konkrete Position und den zugehörigen Betrag vor dem Kauf mit der Krankenkasse abzugleichen. Wird das Hilfsmittel gemietet statt gekauft, gelten dieselben Grundsätze; gerade bei nur vorübergehendem Bedarf ist die Miete häufig die Variante, die den Eigenanteil klein hält.
Ein weiteres häufiges Missverständnis betrifft das Pflegebett selbst: Anders als die Antidekubitus-Matratze ist das höhenverstellbare Pflegebett keine MiGeL-Position und folgt einer eigenen Finanzierungslogik. Wie es finanziert oder gemietet wird und welche Rolle IV, AHV, Ergänzungsleistungen und gemeinnützige Leihe dabei spielen, ist im Ratgeber zu Pflegebett und Hebebett beschrieben — hier wird es bewusst nicht dupliziert.
Fällt ein Produkt nicht unter die MiGeL — wie das normale Bett, die Standardmatratze oder das Pflegebett —, oder verbleibt trotz Vergütung ein spürbarer Eigenanteil, gibt es mehrere ergänzende Wege, die je nach Situation greifen. Keiner davon ist ein Automatismus; sie lohnen die Prüfung im Einzelfall.
Wer Ergänzungsleistungen zur AHV oder IV bezieht, kann behinderungs- und krankheitsbedingte Kosten unter bestimmten Voraussetzungen über die Vergütung nach dem ELG geltend machen; das ist kantonal geregelt und läuft über die zuständige EL-Stelle. Eine private Zusatzversicherung (VVG) deckt je nach Police einen Teil von Hilfsmitteln oder Miete ab — was genau, steht in den Versicherungsbedingungen und ist vor der Anschaffung zu prüfen. Und gemeinnützige Organisationen wie Pro Senectute oder das Schweizerische Rote Kreuz geben Betten, Matratzen und Zubehör leihweise ab oder beteiligen sich in finanziellen Härtefällen; einen Rechtsanspruch darauf gibt es allerdings nicht. Schliesslich lassen sich behinderungsbedingte Kosten unter Voraussetzungen steuerlich in Abzug bringen, kantonal unterschiedlich gehandhabt. Weil Bett und Matratze meist Teil eines grösseren Betreuungsbedarfs sind, lohnt der Blick auf die gesamten Kosten der häuslichen Pflege.
Bei der Anschaffung stehen sich, wie bei anderen Hilfsmitteln auch, Kauf und Miete gegenüber. Für eine dauerhaft benötigte Standardmatratze rechnet sich der Kauf; für eine Antidekubitus-Spezialmatratze, die oft nur über Wochen oder Monate gebraucht wird, ist die Miete meist günstiger und rasch verfügbar — inklusive Lieferung und Rücknahme. Zur Orientierung dienen Marktpreise, die naturgemäss stark schwanken: Eine gute Standard- oder Komfortmatratze bewegt sich grob im dreistelligen bis tiefen vierstelligen Franken-Bereich; Antidekubitus-Auflagen und Wechseldruck- oder Weichlagerungsmatratzen reichen je nach System von einigen Hundert bis mehreren Tausend Franken, zur Miete beginnen sie im tiefen zweistelligen Franken-Bereich pro Monat. Diese Werte sind Anhaltspunkte, keine Offerten — die tatsächlichen Preise hängen von Modell, Grösse und Anbieter ab.
Drei Punkte runden die Beschaffung ab. Erstens die Passung zum Bett und zur Person: Matratzengrösse, Höhe und Härtegrad müssen zum Gestell und zum Gewicht passen, und bei einer verstellbaren Liegefläche muss die Matratze biegbar sein. Zweitens der Bezug und die Hygiene: Ein waschbarer, feuchtigkeitsdichter und zugleich atmungsaktiver Bezug schützt vor Verschmutzung und Wärmestau — gerade bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen. Drittens die Hygiene über die Zeit: Bei einer gemieteten Spezialmatratze übernimmt der Anbieter Aufbereitung und Desinfektion zwischen den Einsätzen; bei gekauften Systemen gehört das regelmässige Reinigen des Bezugs und — bei Wechseldruck — die Funktionskontrolle der Pumpe zur Pflege des Hilfsmittels. Beraten lassen kann man sich unabhängig bei der Spitex, bei Pro Senectute oder in einem Hilfsmittelfachgeschäft; die fachliche Einschätzung des Dekubitusrisikos gehört ohnehin in ärztliche oder pflegerische Hände, weil davon abhängt, ob eine Auflage genügt oder eine Spezialmatratze nötig ist.
Wo die häusliche Pflege insgesamt organisiert werden soll, ist die richtige Liegefläche nur ein Baustein. Wer den Alltag rund um das Bett dauerhaft entlasten möchte, findet in der 24-Stunden-Betreuung eine Möglichkeit, verlässliche Präsenz und Unterstützung beim Umlagern, Aufstehen und in der Nacht zu Hause zu organisieren — als Ergänzung zu den medizinischen Leistungen der Spitex, nicht als deren Ersatz. Die Pflegevermittlung Schweiz vermittelt als SECO-bewilligte Personalvermittlung Betreuungspersonal in Direktanstellung; das regelmässige Umlagern und die Hautbeobachtung, auf die es beim Wundliegen ankommt, lassen sich so in den Tages- und Nachtablauf einbinden.
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