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Eine Blasenschwäche gehört zu den häufigsten, aber am seltensten offen angesprochenen Beschwerden im höheren Alter: Fachgesellschaften gehen davon aus, dass in der Schweiz mehrere Hunderttausend Menschen davon betroffen sind, die Mehrheit davon Frauen. Für den Alltag entscheidet dabei weniger die Diagnose als das passende Produkt — und das hängt am Schweregrad. Eine leichte Blasenschwäche verlangt ein anderes Material als eine schwere Inkontinenz, und dieselbe Einordnung bestimmt auch, wer bezahlt: Die obligatorische Grundversicherung beteiligt sich über die Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) erst ab einer mittleren Inkontinenz und nur mit ärztlicher Verordnung, während leichtes Material Selbstzahlung bleibt. Dieser Ratgeber ordnet die körpergetragenen Produkte von der Einlage bis zur Windelhose, erklärt den technischen Aufbau eines modernen Saugkörpers, beschreibt, wie sich Saugstärke und Passform richtig bestimmen lassen, gibt einen Rahmen für Wechselrhythmus und Hautgesundheit, führt durch die Auswahl nach Schweregrad, zeigt Produkt für Produkt, unter welchen Voraussetzungen sich die Grundversicherung beteiligt, und nennt die Bezugswege und ergänzenden Finanzierungshilfen.

Wir arbeiten laufend daran, interessante und nützliche Informationen rund um die Pflege zuhause für unsere Kunden und Interessenten zusammenzutragen. Diese Ratgeber-Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit ausgewählten Pflegeexperten.
Körpergetragene Inkontinenzprodukte unterscheiden sich vor allem in einem: wie viel Flüssigkeit sie sicher aufnehmen und wie sie am Körper sitzen. Am unteren Ende stehen Einlagen und Slipeinlagen — dünne, in der eigenen Unterwäsche getragene Produkte für gelegentlichen Tropfverlust oder eine leichte Blasenschwäche. Sie sind diskret und im Alltag kaum spürbar, stossen aber bei grösseren Mengen rasch an ihre Grenze. Für Männer mit leichtem Tröpfeln gibt es zudem anatomisch geformte Tascheneinlagen, die den unteren Bauchbereich umschliessen und in einer eng anliegenden Slipform getragen werden — ein Beispiel dafür, dass die richtige Form ebenso zählt wie die reine Saugmenge.
Eine Stufe darüber liegen die Vorlagen (auch anatomische Vorlagen genannt): grössere, körpergeformte Produkte mit deutlich höherer Saugleistung, die mit einer eng anliegenden Netz- oder Fixierhose getragen werden. Sie eignen sich für eine mittlere bis schwere Inkontinenz und lassen sich, weil Vorlage und Fixierhose getrennt sind, unabhängig voneinander wechseln — praktisch, wenn Pflegepersonen beim Wechsel unterstützen, weil nur die Vorlage und nicht die ganze Hose gewechselt werden muss. Die Fixierhose selbst ist waschbar und mehrfach verwendbar; sie hält die Vorlage nah am Körper, ohne einzuschnüren, und sitzt umso besser, je exakter ihre Grösse gewählt ist.
Wer mobil und aktiv ist, greift oft zu Pants (Inkontinenz-Unterhosen zum Hochziehen). Sie werden wie normale Unterwäsche an- und ausgezogen, sitzen unauffällig und geben ein Stück Normalität zurück; es gibt sie von mittlerer bis hoher Saugstärke. Ihre seitlichen Nähte lassen sich zum Ausziehen aufreissen, sodass ein Wechsel auch dann gelingt, wenn das Hinsetzen schwerfällt. Für eine schwere bis totale Inkontinenz oder für überwiegend bettlägerige Menschen sind schliesslich Windelhosen mit seitlichen Klebe- oder Klettverschlüssen gedacht: Sie bieten die höchste Saugleistung, lassen sich in der Weite feiner anpassen als Pants und auch im Liegen anlegen, ohne dass die betroffene Person aufstehen muss. Welches Produkt sinnvoll ist, richtet sich weniger nach dem Alter als nach Schweregrad, Beweglichkeit und Alltag — die folgende Übersicht ordnet Schweregrad, passendes Produkt und Kostenbeteiligung nebeneinander:
Wer die Unterschiede zwischen Produkten verstehen will, schaut am besten in ihren Aufbau — denn ein saugstarkes Produkt ist kein blosser Vlies-Bausch, sondern ein mehrschichtiger Saugkörper. Direkt auf der Haut liegt eine Vliesschicht, die Flüssigkeit rasch durchlässt, danach aber trocken bleibt und so verhindert, dass die Haut dauerhaft im Nassen liegt. Darunter verteilt eine Aufnahme- und Verteilerschicht die Flüssigkeit in die Fläche, damit sie nicht an einer Stelle durchdrückt. Das eigentliche Herz ist der Superabsorber (superabsorbierendes Polymer, SAP): winzige Kügelchen, die ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit binden, in ein Gel umwandeln und darin festhalten — auch unter dem Druck des Körpergewichts. Genau diese Gelbindung, nicht das blosse Aufsaugen, hält die Nässe von der Haut fern und bindet einen Teil des Geruchs.
Ergänzt wird der Saugkern durch Bauteile, die im Alltag den Unterschied machen. Elastische Beinbündchen legen sich der Beugung an und sind die wichtigste Barriere gegen seitliches Auslaufen — sitzen sie falsch oder sind sie eingeschlagen, läuft selbst ein hochwertiges Produkt aus. Viele Produkte tragen einen Nässeindikator: eine aufgedruckte Linie, die sich bei Feuchtigkeit verfärbt und Pflegepersonen von aussen anzeigt, ob ein Wechsel nötig ist, ohne dass sie das Produkt öffnen müssen. Die Aussenhülle ist bei modernen Produkten überwiegend atmungsaktiv (textilartig statt reiner Kunststofffolie); sie lässt Wasserdampf entweichen und beugt so dem feucht-warmen Klima vor, das die Haut beansprucht. Ob ein Produkt am Ende hält, was seine Saugstärke verspricht, hängt damit ebenso an diesen Details wie an der reinen Aufnahmemenge — ein Grund, weshalb sich das Ausprobieren mehrerer Marken lohnt.
Das wichtigste Auswahlkriterium ist die Saugstärke, nicht die Grösse. Ein zu schwaches Produkt läuft aus und verunsichert; ein deutlich überdimensioniertes trägt unnötig auf, ist teurer und wird als unangenehm empfunden. Die Hersteller kennzeichnen die Saugleistung mit Tropfen- oder Stufensymbolen von leicht bis sehr stark; als grobe Orientierung deckt die leichte Stufe kleine, die mittlere moderate und die starke bis sehr starke Stufe grosse Urinmengen sowie den nächtlichen Bedarf ab. Diese Symbole gehen in der Regel auf ein genormtes Laborverfahren zurück, die Rothwell-Methode nach ISO 11948-1: Das Produkt wird gewogen, für eine festgelegte Zeit in eine Prüfflüssigkeit getaucht, tropft ab und wird erneut gewogen — die Differenz ergibt die Saugmenge in Millilitern. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Wert ein Labormaximum ist: Er zeigt, was ein Produkt unter idealen Bedingungen aufnehmen kann, liegt aber über der Menge, die im Alltag sinnvoll genutzt werden sollte. Die Herstellerangaben eignen sich deshalb gut, um Produkte untereinander zu vergleichen, nicht als Freibrief, ein Produkt bis zum letzten Milliliter auszureizen.
Neben der Saugstärke zählt die Passform, und sie folgt einer eigenen Logik. Anders als bei Kleidung richtet sich die Grösse bei den meisten körpernahen Produkten — Vorlagen mit Fixierhose, Pants, Windelhosen — nicht nach der Konfektionsgrösse, sondern nach dem Hüft- beziehungsweise Taillenumfang; die Hersteller geben dafür Grössentabellen an. Ein Produkt sitzt richtig, wenn Beinabschlüsse und Bund eng, aber ohne Einschnürungen anliegen — dort entstehen sonst undichte Stellen und Druckstellen. Weil sich Körperformen unterscheiden, lohnt es sich, anfangs verschiedene Marken und Grössen auszuprobieren, bevor man sich auf ein Produkt festlegt; viele Anbieter und Apotheken geben Muster ab. Ein gut gewähltes, passendes Produkt trägt spürbar dazu bei, dass jemand sich sicher fühlt, wieder unter Menschen geht und den Alltag selbstständiger bewältigt.
Ebenso wichtig ist der Umgang mit der Haut. Dauerfeuchtigkeit, Reibung und der veränderte Haut-pH bei Urinkontakt können die empfindliche Haut im Intimbereich beanspruchen; bleibt sie über längere Zeit feucht und gereizt, spricht die Pflege von einer feuchtigkeitsbedingten Hautschädigung, die das Wundwerden begünstigt. Hilfreich ist, das Produkt regelmässig und nicht erst bei voller Sättigung zu wechseln, die Haut bei jedem Wechsel sanft mit lauwarmem Wasser oder einem milden Reinigungsprodukt zu säubern, gut — aber ohne Reiben — abzutrocknen und bei Bedarf eine schützende Pflegecreme oder einen Hautschutzfilm aufzutragen. Moderne Produkte mit atmungsaktiver Aussenhülle und einer Innenlage, die Feuchtigkeit rasch von der Haut wegführt, unterstützen dies. Zeigt die Haut trotz sorgfältiger Pflege anhaltende Rötungen oder wunde Stellen, ist das ein Anlass, ärztlichen Rat einzuholen.
Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler ist, tagsüber und nachts dasselbe Produkt zu verwenden. Nachts muss ein Produkt über sechs bis acht Stunden aufnehmen, ohne dass jemand wechselt — hier ist eine höhere Saugstärke sinnvoll, während tagsüber ein leichteres, unauffälligeres Produkt genügt. Die Grösse hingegen richtet sich nach dem Hüftumfang, nicht nach der Kleidergrösse; ein Blick in die Grössentabelle des Herstellers verhindert, dass ein an sich passendes Produkt an den Beinbündchen ausläuft.
So vielfältig das Angebot ist, die Auswahl folgt einer einfachen Logik: zuerst den Schweregrad einordnen, dann Produkt und Saugstärke danach wählen. Bei einer leichten Inkontinenz — gelegentlicher Tropfverlust beim Husten, Lachen oder Heben — genügen meist dünne Einlagen. Bei einer mittleren Inkontinenz mit regelmässigem, grösserem Urinverlust sind Vorlagen oder Pants die passende Wahl. Bei einer schweren bis totalen Inkontinenz, oft verbunden mit eingeschränkter Mobilität, sichern saugstarke Vorlagen mit Fixierhose oder Windelhosen zuverlässig.
Diese Einordnung ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern zugleich die Grundlage der Kostenübernahme — denn die Grundversicherung knüpft ihre Beteiligung an genau diese Schweregrade. Die MiGeL definiert sie qualitativ: Als mittlere Inkontinenz gilt ein ungewollter Urinverlust in unregelmässigen Abständen bis mehrmals täglich, als schwere Inkontinenz eine plötzliche, vollständige Blasenentleerung, ebenfalls bis mehrmals täglich, und als totale Inkontinenz ein häufiger, ständiger ungewollter Abgang von Urin und/oder Stuhl. Bis Mitte 2023 war die Einstufung noch an eine Urinmenge je Zeiteinheit gekoppelt; diese Kopplung wurde als medizinisch nicht begründbar und im Alltag unpraktikabel aufgegeben. Der Schweregrad wird ärztlich festgestellt; er lässt sich nicht allein am Produktregal ablesen. Sinnvoll ist deshalb, die Inkontinenz zunächst ärztlich abklären zu lassen: Das klärt die Ursache, eröffnet mögliche Behandlungswege und liefert zugleich die Verordnung, die für eine Vergütung nötig ist. Die medizinischen Hintergründe — Formen, Ursachen und Abklärung — behandelt der Ratgeber zu Inkontinenz im Alter vertieft; hier geht es um die Produkte selbst.
Wie oft ein Produkt gewechselt wird, entscheidet über Hautgesundheit, Geruch und Kosten zugleich — und ist zugleich der Punkt, an dem sich Selbst- und Fremdversorgung am deutlichsten unterscheiden. Als Orientierung gilt: tagsüber wird ein Produkt gewechselt, sobald es merklich gefüllt ist, in der Regel mehrmals über den Tag; spätestens aber ist der Wechsel fällig, bevor die Haut länger im Nassen liegt. Wer zu selten wechselt, um Material zu sparen, riskiert Hautschäden, deren Behandlung am Ende aufwendiger und teurer ist als das eingesparte Produkt. Wer umgekehrt bei jedem Tropfen wechselt, treibt den Verbrauch unnötig in die Höhe. Der Nässeindikator und ein prüfender Griff helfen, den richtigen Zeitpunkt zu treffen.
Die Nacht folgt einer eigenen Logik. Weil niemand für den Wechsel geweckt werden soll, muss ein Nachtprodukt über sechs bis acht Stunden aufnehmen und die Nässe zuverlässig von der Haut fernhalten — deshalb ist hier durchgehend eine höhere Saugstärke angezeigt als am Tag. Ergänzend sichern viele Haushalte das Bett mit einer saugenden Unterlage ab; deren Auswahl und die davon abweichende Kostenlogik behandelt der Ratgeber zu Inkontinenz-Schutzunterlagen, damit sich die beiden Themen hier nicht doppeln.
Muss eine Pflegeperson beim Wechseln unterstützen, verändern sich Anforderungen und Ablauf. Bei bettlägerigen Menschen lassen sich Windelhosen im Liegen anlegen, indem die Person seitlich gedreht wird; das Vorlagen-plus-Fixierhosen-System hat den Vorteil, dass nur die Vorlage getauscht werden muss und die Hose an Ort bleibt. Beim Wechsel gehören die Hautkontrolle, das schonende Reinigen und ein Hautschutz zum Ablauf, weil eine gepflegte Haut bei Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit zugleich der Vorbeugung von Druckstellen dient. Dass Betreuungspersonen diese Aufgabe übernehmen, hat seit 2021 auch eine finanzielle Seite, auf die der nächste Abschnitt eingeht.
Aufsaugende Inkontinenzprodukte stehen in der Schweiz auf der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL, Kapitel 15 «Inkontinenzhilfen», Position der aufsaugenden Produkte), und die obligatorische Grundversicherung (OKP) beteiligt sich daran — allerdings unter klaren Voraussetzungen. Die häufigste Fehlvorstellung ist, die Kasse zahle Inkontinenzmaterial pauschal. Das trifft so nicht zu: Eine leichte Inkontinenz wird nicht vergütet — dünne Einlagen für gelegentlichen Tropfverlust sind selbst zu bezahlen. Erst ab einer mittleren Inkontinenz kann eine Beteiligung erfolgen, und auch dann nur, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, die den Schweregrad ausweist. Üblich ist ein Dauerrezept, das für eine gewisse Zeit gilt und die Nachbestellung erleichtert.
Vergütet wird nicht der ganze Betrag, sondern bis zu einem jährlichen Höchstvergütungsbetrag (HVB), der nach Schweregrad gestaffelt ist — für eine schwere oder totale Inkontinenz liegt er höher als für eine mittlere. Wer teurere Produkte wählt, als der Höchstbetrag deckt, trägt die Differenz selbst. Zusätzlich gelten die üblichen Regeln der Grundversicherung: Die jährliche Franchise und der Selbstbehalt (in der Regel zehn Prozent bis zum gesetzlichen Jahresmaximum) bleiben beim Versicherten — die MiGeL-Vergütung greift also erst, wenn die Franchise ausgeschöpft ist. Die konkreten Frankenbeträge nennt dieser Ratgeber bewusst nicht, weil die Höchstbeträge periodisch angepasst werden; massgebend ist stets die zum Bezugszeitpunkt gültige MiGeL des Bundesamts für Gesundheit oder die Auskunft der eigenen Krankenkasse. Wer die Beträge kennt, kann sie vorausschauend nutzen: Weil der HVB ein Jahresbudget ist, lohnt es sich, Produktqualität und Verbrauch so zu wählen, dass das Budget über das Jahr trägt, statt es früh auszuschöpfen.
Eine wichtige Neuerung betrifft Menschen, die beim Wechseln auf die Pflege oder Spitex angewiesen sind. Seit der KVG-Revision vom 1. Oktober 2021 wird Inkontinenzmaterial auch dann über die MiGeL vergütet, wenn es durch die Pflege angewendet wird — zuvor war die Vergütung von durch Fachpersonen angewandtem Material eingeschränkt. Seither existieren zwei Höchstbeträge nebeneinander: einer für die Selbstanwendung und ein separater, tiefer angesetzter HVB Pflege für die Anwendung durch Pflegepersonal oder in einer Einrichtung. Welcher der beiden gilt, hängt davon ab, ob die betroffene Person das Material selbst anlegt oder ob eine Fachperson es tut; für zu Hause lebende Menschen, die sich selbst versorgen, greift der höhere Selbstanwendungs-Betrag. Für Betroffene und Angehörige bedeutet die Regelung vor allem eines: Das Material ist grundsätzlich abgedeckt, unabhängig davon, ob es selbstständig oder mit Unterstützung gewechselt wird.
Bezogen werden Inkontinenzprodukte über Apotheken, Drogerien, spezialisierte Versandhändler und Sanitätsfachgeschäfte; bei einer Verordnung rechnen viele Anbieter direkt mit der Krankenkasse ab, sodass nur Franchise und Selbstbehalt zu tragen sind. Praktisch ist, dass ein Dauerrezept die wiederkehrende Bestellung vereinfacht und manche Anbieter die passende Menge in regelmässigen Lieferungen nach Hause schicken. Ohne Verordnung oder bei leichter Inkontinenz zahlt man selbst — als grobe Orientierung für den Schweizer Markt bewegen sich Pants und Windelhosen je nach Saugstärke, Marke und Packungsgrösse etwa im Bereich weniger bis rund zwei bis drei Franken pro Stück, Einlagen und Vorlagen sind günstiger; ein Grossbezug senkt den Stückpreis. Diese Preisspanne ist ein Richtwert, kein fixer Tarif, und lohnt den Vergleich mehrerer Anbieter — gerade weil sich der Verbrauch über ein Jahr zu einem spürbaren Betrag summiert.
Reicht die Vergütung nicht aus oder fällt sie ganz weg, gibt es Auffangnetze. Bei knappem Einkommen können die Ergänzungsleistungen greifen: Über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten lassen sich krankheitsbedingte Auslagen subsidiär decken (Art. 14 ELG, kantonal über die EL-Stelle geregelt). Bezieht jemand eine Hilflosenentschädigung, ist diese als Pauschale zwar nicht produktgebunden, entlastet aber das Budget mit. Und eine private Zusatzversicherung kann je nach Police einen Teil übernehmen, der über die Grundversicherung hinausgeht. Da Inkontinenz oft nur ein Baustein eines grösseren Betreuungsbedarfs ist, lohnt der Blick auf die gesamten Kosten der häuslichen Pflege und, wo eine Betreuung zu Hause ansteht, auf die Pflege und Betreuung zu Hause.
Wer die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen organisiert, für den ist das Wechseln von Inkontinenzmaterial oft nur eine von vielen Aufgaben, die über den Tag anfallen. Ein Modell, das diese Aufgaben bündelt, ist die 24-Stunden-Betreuung: Dabei lebt eine Betreuungsperson im Haushalt und unterstützt bei der Körperpflege und beim Wechseln ebenso wie im Alltag — eine Live-in-Betreuung mit Anwesenheit im Haushalt, die viele Angehörige entlastet. Die Pflegevermittlung Schweiz vermittelt dieses Betreuungspersonal als SECO-bewilligte Personalvermittlung in Direktanstellung beim Kunden; die eigentliche medizinische Pflege bleibt bei Spitex und Arzt. Einen Überblick über die anfallenden Kosten gibt die Seite zu den Kosten der Betreuung.
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