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Das Bad ist der Raum, in dem im Alter die meisten Stürze im eigenen Zuhause geschehen, und gefährlich wird es nicht diffus im ganzen Raum, sondern an drei konkreten Stellen: beim Ein- und Aussteigen aus Dusche oder Wanne, am hohen Wannenrand und beim tiefen Hinsetzen und Aufstehen an der Toilette. Jede dieser Stellen hat einen eigenen, bewährten Weg — vom kleinen Nachrüsten bis zum baulichen Umbau. Dieser Ratgeber geht die drei nassen Sanitärobjekte Dusche, Badewanne und WC nacheinander durch und erklärt für jedes, was die Schweizer Norm SIA 500 verlangt, welche Lösungen es gibt, worauf bei Auswahl und Ausstattung zu achten ist, welche Grenzen jede Lösung hat, mit welchen Kosten in der Schweiz zu rechnen ist und wer sich daran beteiligt.

Wir arbeiten laufend daran, interessante und nützliche Informationen rund um die Pflege zuhause für unsere Kunden und Interessenten zusammenzutragen. Diese Ratgeber-Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit ausgewählten Pflegeexperten.
Warum gerade das Bad so heikel ist, liegt an seiner Beschaffenheit: nass, glatt, eng und oft ohne etwas zum Festhalten. Anders als im Wohnzimmer lässt sich diese Gefahr nicht durch mehr Vorsicht ausräumen, denn Körperpflege verlangt Bewegungen, die genau an den kritischen Stellen stattfinden: das Übersteigen eines Randes, das Balancieren auf nassem Boden, das tiefe Hinsetzen und wieder Aufstehen. Genau deshalb lohnt es sich, das Bad nicht als diffuses Sicherheitsproblem zu betrachten, sondern die drei Objekte einzeln anzuschauen, an denen es konkret wird — und für jedes die Lösung zu wählen, die zum tatsächlichen Bedarf passt, statt pauschal «alles neu» zu machen.
Was «barrierefrei» dabei bedeutet, ist in der Schweiz nicht Geschmackssache, sondern in der Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» geregelt. SIA 500 verlangt für den Sanitärbereich unter anderem einen schwellenlosen Zugang, ausreichend Bewegungsfläche, rutschhemmende Beläge, gute Beleuchtung und erreichbare Bedienelemente; Türen sollten mindestens 80 Zentimeter breit sein und Schwellen 25 Millimeter nicht überschreiten. Wie viel Bewegungsfläche nötig ist, hängt davon ab, ob man zu Fuss, mit Rollator oder mit Rollstuhl unterwegs ist — je grösser das Hilfsmittel, desto mehr freie Fläche vor und neben jedem Objekt; die konkreten Wende- und Manövriermasse legt die Norm im Detail fest und klärt im Zweifel die Bauberatung. Der rechtliche Rahmen dahinter ist das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG). Diese Eckwerte gelten für alle drei Objekte gemeinsam — die spezifischen Anforderungen kommen je Objekt hinzu.
Wichtig ist dabei eine Unterscheidung, die viele Kosten und Enttäuschungen spart: Die volle Hindernisfreiheit nach SIA 500 — schwellenlos, rollstuhlgängig, mit den geforderten Bewegungsflächen — ist der Massstab für ein wirklich barrierefreies Bad. Nicht jede Sicherheitsmassnahme muss diesen Massstab aber erreichen. Ein Haltegriff, ein rutschhemmender Belag oder ein Toilettensitzerhöher erhöhen die Sicherheit spürbar, ohne dass gleich der ganze Raum der Norm entsprechen müsste. Wer heute noch gut zu Fuss ist, kommt oft mit solchem Nachrüsten weit; wer mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist oder es absehbar sein wird, braucht die norm-konforme, schwellenlose Lösung. An dieser Weggabelung entscheidet sich, ob eine kleine oder eine grosse Massnahme die richtige ist — und sie zieht sich durch alle drei Objekte.
Von den drei Objekten ist die Dusche dasjenige, an dem sich am meisten gewinnen lässt — und das erste, das bei einem altersgerechten Bad ins Auge gefasst wird. Der Grund ist einfach: Eine bodengleiche, schwellenlose Dusche entschärft die gefährlichste Stelle im Bad, das Übersteigen eines Randes, vollständig. Man tritt oder rollt eben hinein, statt über eine Kante zu steigen. Nach SIA 500 heisst «barrierefrei» hier konkret einen schwellenlosen Zugang mit einer Schwelle von höchstens 25 Millimetern, einen rutschhemmenden Bodenbelag, ausreichend Bewegungsfläche und Haltegriffe an sinnvoller Stelle; ein fest montierter oder klappbarer Duschsitz erlaubt das Duschen im Sitzen, und eine gut erreichbare Armatur lässt sich auch sitzend bedienen.
Damit ein bodengleicher Einstieg im Alltag funktioniert und nicht das halbe Bad unter Wasser setzt, kommt es auf die Entwässerung an — der Punkt, an dem sich eine sauber geplante von einer improvisierten Dusche unterscheidet. Der Boden erhält ein leichtes Gefälle zum Ablauf, entweder zu einem Punktablauf oder zu einer Duschrinne am Rand der Fläche. Damit das ablaufende Wasser die trockene Zone nicht erreicht, liegt der Gefällsbruch beziehungsweise die Wasserrinne nach SIA 500 ein Stück ausserhalb des eigentlichen Duschbereichs — als Richtwert mindestens rund 0,20 Meter, vorzugsweise etwa 0,30 Meter. Diese scheinbar technische Vorgabe ist der Grund, warum ein echter bodengleicher Umbau den Bodenaufbau öffnen, das Gefälle herstellen und die Fläche neu abdichten muss — und warum er sich vom blossen Einsetzen einer flachen Duschtasse unterscheidet.
Ebenso wichtig wie der schwellenlose Boden ist, was an der Wand und in der Fläche dazukommt, denn der Einstieg allein macht eine Dusche noch nicht sicher. Ein Klappsitz erlaubt das Duschen im Sitzen und nimmt der Bewegung des Waschens das Balancieren auf einem Bein; er lässt sich hochklappen, wenn im Stehen geduscht wird. Haltegriffe gehören dorthin, wo tatsächlich gegriffen wird — beim Hineingehen, neben dem Sitz und in Reichweite der Armatur — und müssen fest in der Wand verankert sein, nicht bloss aufgeklebt. Eine thermostatische Armatur mit Verbrühungsschutz begrenzt die Wassertemperatur zuverlässig; das ist im Alter mehr als Komfort, weil nachlassendes Temperaturempfinden und langsamere Reaktion das Risiko einer Verbrühung erhöhen. Ein rutschhemmender Belag schliesslich ist die Grundlage, auf der alles andere steht: Fliesen mit entsprechender Rutschklasse oder rutschhemmende Beschichtungen nehmen der nassen Fläche einen Teil ihrer Tücke. Erst das Zusammenspiel dieser Elemente — Sitz, Griffe, begrenzte Temperatur, sicherer Belag — macht aus dem schwellenlosen Einstieg eine wirklich sichere Dusche.
Der Weg zu einer solchen Dusche kann klein oder gross ausfallen. Ist bereits eine Dusche vorhanden, genügt oft das Nachrüsten von Haltegriffen, einem Klappsitz und rutschhemmenden Elementen. Steht dagegen noch eine Badewanne im Bad, führt der Weg über deren Ausbau — und hier lohnt die Unterscheidung, die vielen entgeht: Ein schneller Wannentausch ersetzt die Wanne durch eine flache Duschwanne mit niedrigem Einstieg und ist günstig und rasch erledigt, ergibt aber nicht automatisch einen wirklich schwellenlosen, rollstuhlgängigen Einstieg. Ein echter bodengleicher Umbau nach SIA 500 verlangt, dass der Bodenaufbau geöffnet, ein Gefälle zum Ablauf hergestellt und neu abgedichtet wird. Wie diese beiden Wege sich in Aufwand, Dauer und Kosten unterscheiden, ist im Ratgeber zur Umwandlung der Badewanne zur Dusche im Detail beschrieben.
Praxis-Tipp
Ein bodengleicher Einstieg allein macht eine Dusche noch nicht sicher. Erst das Zusammenspiel aus rutschhemmendem Belag, gut platzierten Haltegriffen und einem Sitz nimmt der nassen Fläche das Risiko. Wer eine kantonale Fachstelle für hindernisfreies Bauen oder die Bauberatung von Procap früh einbezieht, dimensioniert diese Elemente von Anfang an richtig.
Bei den Kosten hängt die Spanne stark davon ab, ob nur nachgerüstet oder baulich umgebaut wird. Das Nachrüsten von Griffen, Sitz und rutschhemmenden Elementen in eine bestehende Dusche bleibt meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Element. Eine bodengleiche Dusche als Ersatz einer Wanne bewegt sich je nach baulichem Aufwand, Belägen und Ausstattung rund zwischen CHF 5'000 und 20'000. Für die einzelnen Handwerksarbeiten rechnet man mit rund CHF 80 bis 140 pro Stunde als grobe Orientierungswerte.
Die Badewanne ist im Bad die zwiespältigste Stelle. Ihr hoher Rand ist die grösste einzelne Sturzgefahr — über ihn auf nassem Grund und oft ohne Halt zu steigen, überfordert viele ältere Menschen. Zugleich möchten manche das Baden nicht aufgeben, weil warmes Wasser als wohltuend und entspannend empfunden wird. Anders als bei der Dusche gibt es hier deshalb nicht die eine richtige Lösung, sondern eine Abstufung, die vom Bedarf abhängt — von der kleinen Einstiegshilfe bis zum vollständigen Ersatz durch eine Dusche.
Am wenigsten eingreifend sind Einstiegshilfen: rutschhemmende Wannenmatten, ein an der Wand oder am Wannenrand montierter Haltegriff und ein Badewannensitz oder ein Wannenbrett, das das Hineingleiten erleichtert. Sie kosten wenig, sind ohne Handwerker montiert und eignen sich, solange die eigene Kraft zum Absenken und Aufrichten noch ausreicht. Genau hier liegt ihre Grenze: Wer sich nicht mehr selbst in die Wanne hinunter- und daraus hochbewegen kann, dem helfen sie nicht weiter. Reicht die Kraft nicht mehr, kommt ein Wannenlift in Frage — ein Sitz, der die Person elektrisch oder mit einem Wasserdruck-Antrieb bis nahe an den Wannenboden hinab- und wieder hinauffährt. Er lässt sich ohne Umbau in die vorhandene Wanne einsetzen, wird nach dem Baden herausgenommen und braucht bei der elektrischen Variante einen geladenen Akku; wichtig ist, dass die Tragfähigkeit zum Körpergewicht passt und der Sitz zur Wannenform. Wer den hohen Rand ganz loswerden will, ohne aufs Baden zu verzichten, kann eine Badewanne mit Tür einbauen: Eine seitliche, dicht schliessende Tür erlaubt den Einstieg ohne Übersteigen. Zu bedenken ist dabei, dass die Wanne bei geschlossener Tür gefüllt und vor dem Aussteigen wieder geleert wird, man also im Nassen wartet — ein Schnellablauf und eine thermostatische Armatur mildern diesen bauartbedingten Nachteil, beseitigen ihn aber nicht.
Gut zu wissen
Eine Sitzbadewanne oder eine Wanne mit Tür wird von vielen als angenehm und entlastend empfunden — sie ist aber kein medizinisches Hilfsmittel und ersetzt keine Behandlung. Wo Baden nicht mehr sicher oder gewünscht ist, bleibt der Ersatz durch eine bodengleiche Dusche der zuverlässigste Weg, weil er die Sturzstelle Wannenrand ganz auflöst.
Die vierte Möglichkeit ist der bereits genannte Ersatz der Wanne durch eine bodengleiche Dusche — die aus Sicherheitssicht sauberste, aber baulich aufwendigste. Welcher Weg passt, entscheidet der Alltag und der Blick nach vorn: Wer noch gut steht und gerne badet, ist mit Einstiegshilfe oder Wannenlift oft gut bedient; wer unsicher auf den Beinen ist, eine Gehhilfe nutzt oder beim Waschen Hilfe braucht, fährt mit der Dusche besser, weil sich in einer offenen Fläche leichter assistieren lässt als in einer hohen, geschlossenen Wanne. Auch der absehbare Verlauf spielt eine Rolle: Eine Wanne mit Tür ist eine gute Antwort auf ein klar umrissenes Problem, aber keine Lösung, die mit stark wachsendem Hilfebedarf mitwächst. Bei den Kosten liegen zwischen den Wegen Welten: Einstiegshilfen kosten je nach Ausführung meist einige Dutzend bis wenige Hundert Franken, ein Wannenlift bewegt sich je nach Modell und Anbieter grob im oberen dreistelligen bis vierstelligen Bereich, und eine Badewanne mit Tür beginnt als Standardmodell in der Schweiz je nach Ausführung und Anbieter rund im mittleren vierstelligen Bereich, zuzüglich Einbau. Die Ranges und die Auswahlkriterien stehen auf den Spezialseiten zur Sitzbadewanne und zur Badewanne mit Einstieg.
Das WC wirkt harmlos, ist aber im Alter eine überraschend anspruchsvolle Stelle, weil das tiefe Hinsetzen und das Wiederaufstehen viel Kraft in Beinen und Rumpf verlangen. Drei Dinge machen die Toilette barrierefrei: die richtige Höhe, seitlicher Halt und die Erreichbarkeit von Spülung und Bewegungsfläche. Ein erhöhtes Klosettbecken verkürzt den Weg nach unten und oben spürbar; wo ein Austausch zu aufwendig ist, leistet ein aufgesetzter Toilettensitzerhöher denselben Dienst. Für den seitlichen Halt sorgen Stützklappgriffe, die sich bei Bedarf herunterklappen und sonst platzsparend hochstellen lassen.
Für die Höhe und die Griffe macht SIA 500 konkrete Angaben, die sich beim Nachrüsten übernehmen lassen. Die Sitzhöhe eines rollstuhlgängigen Beckens liegt bei rund 0,46 bis 0,48 Meter über dem Boden, damit der Übergang vom Rollstuhl auf gleicher Ebene gelingt — das ist höher als ein Standard-WC und der eigentliche Grund, weshalb erhöhte Becken das Aufstehen erleichtern. Für die Stützklappgriffe gilt: Der horizontale Teil liegt auf einer Achshöhe von rund 0,70 bis 0,75 Meter über dem Boden und ist mindestens 0,50 Meter lang, sie ragen ein Stück über die Vorderkante des Beckens hinaus, damit man sich beim Hinsetzen und Aufstehen daran hochziehen kann, und ihre Befestigung muss der vollen Belastung durch das Körpergewicht standhalten — der Griff trägt niemanden, wenn er aus der Wand reisst. Das Raummass unterschreitet in keiner Richtung 1,20 Meter, damit vor und neben dem Becken genug Bewegungsfläche bleibt, um sich hinzustellen oder mit dem Rollator heranzufahren. Hinzu kommt die Erreichbarkeit: Die Spülung sollte ohne Verrenkung bedienbar und die Toilettenpapierhalterung im Sitzen greifbar sein. Wer die Hygiene erleichtern möchte, kann ein Dusch-WC einbauen, das mit einem Wasserstrahl reinigt und das eigenständige Toilettengehen länger möglich macht — es ist ein Komfort- und Selbstständigkeitsgewinn, keine medizinische Massnahme.
Beim Nachrüsten lohnt der Blick darauf, was ohne Bauarbeiten geht und was einen Eingriff braucht. Ein Toilettensitzerhöher wird einfach aufgesetzt, ein Satz Stützklappgriffe an die tragende Wand geschraubt — beides ist ohne grösseren Aufwand machbar und die schnelle Lösung, wenn nur etwas Höhe und Halt fehlen. Ein neues, erhöhtes Becken zu setzen, ein wandhängendes WC auf die richtige Höhe zu montieren oder ein Dusch-WC mit Wasser- und Stromanschluss zu installieren, ist dagegen Sanitärarbeit und will vom Fachbetrieb ausgeführt werden. Weil das WC das Objekt mit den kleinsten Eingriffen und den grössten Sicherheitsgewinnen pro Franken ist, steht es oft am Anfang, wenn ein Bad Schritt für Schritt altersgerecht gemacht wird.
Kostenseitig ist die Toilette das mit Abstand günstigste der drei Objekte. Ein Toilettensitzerhöher oder ein Satz Stützklappgriffe bleibt meist im zwei- bis niedrigen dreistelligen Bereich pro Element. Ein erhöhtes WC neu zu setzen, kostet je nach Modell und Montage in der Schweiz grob im Bereich einiger Hundert bis über tausend Franken; ein Dusch-WC liegt je nach Ausstattung und Anbieter deutlich darüber, zuzüglich Anschluss und Montage. Genauere Ranges und die Auswahlkriterien stehen auf der Spezialseite zur barrierefreien Toilette.
So sinnvoll es ist, die Objekte einzeln zu betrachten, so wichtig ist es, sie am Ende gemeinsam zu planen — denn sie teilen sich einen Raum. Eine bodengleiche Dusche nützt wenig, wenn davor keine Bewegungsfläche bleibt, und ein erhöhtes WC hilft nur, wenn man mit Rollator oder Rollstuhl überhaupt heranfährt. Die gemeinsamen SIA-500-Eckwerte — Türbreite ab 80 Zentimeter, gute Beleuchtung, rutschhemmende Beläge, ausreichend Bewegungsfläche vor und neben jedem Objekt und ein bei Bedarf unterfahrbarer Waschtisch — gelten deshalb für den Raum als Ganzes; wie viel freie Fläche zum Wenden und Rangieren nötig ist, richtet sich danach, ob Rollator oder Rollstuhl im Spiel sind. Wie sich dieser Raum planen lässt und in welcher Reihenfolge man die Objekte angeht, behandelt der übergeordnete Ratgeber zum barrierefreien Bad; diese Seite bleibt bewusst bei den Objekten.
Auch der zeitliche Horizont gehört in die Planung. Wer heute nur eine Stelle sichern will, tut gut daran, die anderen mitzudenken: Leitungen und Anschlüsse lassen sich beim ersten Umbau so vorbereiten, dass eine spätere Massnahme nicht wieder alles aufreisst, und die Türbreite oder die Bewegungsfläche einmal richtig gemacht, erspart später den zweiten Eingriff. Ein Bad, das in einem Zug hindernisfrei umgebaut wird, ist selten günstiger als die Summe seiner Teile, aber oft die durchdachtere Investition, wenn der Hilfebedarf absehbar steigt — während einzelne, kleine Nachrüstungen die richtige Wahl sind, solange nur eine konkrete Stelle Probleme macht.
Bevor überhaupt Handwerker angefragt werden, lohnt sich für alles, was über einfaches Nachrüsten hinausgeht, eine unabhängige Bauberatung. Die kantonalen Fachstellen für hindernisfreies Bauen (teils «Hindernisfreie Architektur»), die Bauberatung von Procap und Pro Senectute für das Wohnen im Alter kennen sowohl die Norm als auch die Finanzierungswege und helfen, das Vorhaben richtig zu dimensionieren — oft kostenlos oder zu geringen Kosten. Diese Beratung vorzuschalten verhindert teure Fehlplanungen. Ein barrierefreies Bad ist dabei meist ein Baustein von mehreren, um trotz nachlassender Mobilität weiter zu Hause wohnen zu bleiben; wo zusätzlich Betreuung im Alltag nötig wird, lässt sich diese über eine Personalvermittlung wie die Pflegevermittlung Schweiz organisieren, die Betreuungspersonal in Direktanstellung für die Live-in-Betreuung mit Anwesenheit im Haushalt vermittelt.
Wer zahlt, hängt weniger vom Objekt als vom Alter und vom Grund der Einschränkung ab. Eines vorweg: Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung, OKP) beteiligt sich nicht an einem baulichen Umbau von Dusche, Wanne oder WC. Bauliche Anpassungen sind keine Position auf der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL); einzelne körpergetragene oder lose Hilfsmittel können MiGeL sein, ein Umbau ist es nicht. Einen festen Pauschalzuschuss einer Versicherung gibt es in der Schweiz nicht.
Massgeblich ist das Alter bei erstmaliger Notwendigkeit. Für Personen vor dem AHV-Alter kann die Invalidenversicherung bauliche Anpassungen und Hilfsmittel übernehmen, sofern sie invaliditätsbedingt notwendig sind und die Voraussetzungen nach Art. 21 IVG und der Hilfsmittelverordnung (HVI) erfüllt werden; wer im AHV-Alter erstmals darauf angewiesen ist, fällt in der Regel nicht mehr darunter, sondern höchstens unter Besitzstandswahrung. Im AHV-Alter rücken zwei andere Wege in den Vordergrund: die Ergänzungsleistungen, die einen Umbau im Einzelfall über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten ganz oder teilweise decken können (Art. 14 ELG, kantonal geregelt über die EL-Stelle), sowie kantonale Förderprogramme für altersgerechtes Wohnen, die es in einzelnen Kantonen gibt — ob eines besteht, klärt man beim Sozialdienst der Wohngemeinde. Geht die Einschränkung auf einen Unfall zurück, kann die Unfallversicherung zuständig sein; je nach Police greift eine private Zusatzversicherung.
Wichtig
Für alle Beiträge gilt dieselbe goldene Regel: Das Gesuch immer stellen, bevor gekauft oder umgebaut wird. Wer zuerst baut und danach ein Gesuch einreicht, riskiert den Anspruch.
Reicht das nicht, lohnt der Kontakt zu gemeinnützigen Organisationen: Pro Infirmis und Procap für Menschen mit Behinderung, Pro Senectute für Menschen im AHV-Alter beraten kostenlos und leisten in Härtefällen Beiträge; für die Miete einzelner Hilfsmittel sind auch das Schweizerische Rote Kreuz und Pro Senectute Anlaufstellen. Und schliesslich lässt sich der Umbau steuerlich geltend machen: Behinderungsbedingt notwendige bauliche Anpassungen sind bei der direkten Bundessteuer als behinderungsbedingte Kosten abziehbar (DBG Art. 33 Abs. 1 lit. h^bis, ohne Selbstbehalt; einschlägig ist das Kreisschreiben Nr. 11 der ESTV), und die Kantone kennen analoge Abzüge. Weil ein barrierefreies Bad selten die einzige Ausgabe bleibt, lohnt der Blick auf die gesamten Kosten der häuslichen Pflege.
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Ein handelsübliches WC hat eine Sitzhöhe von rund 40 Zentimetern — und genau aus dieser tiefen Position sich ohne Halt hochzustemmen, überfordert im Alter, nach einer Operation oder bei nachlassender Kraft in den Beinen viele Menschen. Der Gang zur Toilette, eine der intimsten Alltagsverrichtungen, wird so zur unterschätzten Hürde, an der Stürze passieren und Selbstständigkeit verloren geht. Dabei lässt sich das WC mit oft kleinem Aufwand entschärfen: über die aufsteckbare Sitzerhöhung, wandmontierte Stützklappgriffe, ein fest erhöht gesetztes WC, ein Dusch-WC für die Reinigung ohne Bücken und die richtige Anordnung im Raum. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei einer barrierefreien Toilette in der Schweiz ankommt, wie die Norm SIA 500 die Anordnung regelt, welche Lösung sich für welchen Bedarf eignet, was die einzelnen Massnahmen kosten und wer sich an den Kosten beteiligt.
WeiterlesenDer Ein- und Ausstieg über den rund einen halben Meter hohen Rand einer klassischen Badewanne zählt zu den häufigsten Sturzstellen im eigenen Zuhause. Eine Badewanne mit Einstieg entschärft genau diese Stelle: Durch eine seitliche, wasserdicht schliessende Tür tritt man über eine niedrige Schwelle in die Wanne, statt über den hohen Rand zu klettern. Für Menschen, denen dieser Rand zur Hürde geworden ist, die aber noch selbstständig gehen, sich hinsetzen und wieder aufstehen können, bleibt das Baden damit möglich. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine begehbare Wanne technisch funktioniert, worin sich eine echte Tür von einem blossen Einstieg unterscheidet, welche Sicherheitsausstattung wirklich zählt, für wen die Lösung taugt, wo die bodengleiche Dusche die bessere Wahl bleibt, was der Umbau in der Schweiz kostet und wie er sich finanzieren lässt.
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