Pflegebedarf 2040: Was alternative Versorgung am Ausbau verändert
Wie gross bleibt der Ausbau rechnerisch, wenn mehr Menschen ausserhalb eines Pflegeheims versorgt werden? PVS übersetzt drei veröffentlichte Obsan-Szenarien in vergleichbare Jahreswerte.
- Zeithorizont
- 2023 bis 2040 · 17 Jahre
- Originalanalyse
- Obsan Bericht 09/2025
- Eigene Umrechnung
- PVS · Version 1.0.0 · 7. September 2026
Der Vergleich
Auch im stärkeren Alternativszenario entsprechen 26'245 zusätzliche Langzeitbetten rechnerisch rund 1'540 pro Jahr zwischen 2023 und 2040.
Das sind 71.1 % des zusätzlichen Bedarfs im Szenario unveränderter Versorgung. Die Umrechnung verteilt den Zusatzbedarf gleichmässig auf 17 Jahre. Sie beschreibt weder die tatsächliche Bautätigkeit noch einen prognostizierten Jahresverlauf.
- Geringerer Zusatzbedarf im stärkeren Alternativszenario
- 28.9 %
- Verbleibender zusätzlicher Bedarf bis 2040
- 26'245 Betten
- Rechnerischer Nettozusatz pro Jahr
- rund 1'540
Basis: Langzeitbetten für Personen ab 65 Jahren in der Schweiz. Originalwerte: Obsan, G 5.1, gedruckte Seite 46. Prozentvergleich und Jahresumrechnung: eigene Rechnung PVS.
Drei Annahmen, drei Grössenordnungen
Das Obsan legt für 2023 ein Angebot von 92'165 Langzeitbetten für 65+ zugrunde. Die Alternativszenarien verschieben die Versorgung bestimmter niedriger Pflegestufen nach Hause oder in betreute Wohnformen. Beide verwenden das mittlere Bevölkerungsszenario und eine gleichbleibende Pflegedauer.
Gemeinsame Skala ab null bis 2'500 Betten pro Jahr; angezeigte Werte auf 10 gerundet. Nettozusatz, ohne Ersatz geschlossener Betten. Keine beobachteten Jahreswerte.
| Szenario | Zusatzbedarf bis 2040¹ | Zielbestand² | Nettozusatz/Jahr² | Äquivalente Jahresrate² |
|---|---|---|---|---|
| Unveränderte Versorgung | 36'916 | 129'081 | 2'171.5 | 2 % |
| Alternative Versorgung 0–2/0–3 | 29'811 | 121'976 | 1'753.6 | 1.66 % |
| Alternative Versorgung 0–3/0–4 | 26'245 | 118'410 | 1'543.8 | 1.48 % |
¹ Obsan G 5.1, S. 46. ² Eigene Rechnung. Die Jahresrate ist eine konstante mathematische Vergleichsrate vom Bettenangebot 2023 zum Zielbestand 2040; sie ist kein zusätzlicher Obsan-Prognosewert.
Was bedeuten 0–2/0–3 und 0–3/0–4?
Die Bezeichnungen geben Pflegestufen an. Im ersten Szenario betrifft die alternative Versorgung die Stufen 0–2, im ambulant-basierten Kantonscluster 0–3. Das zweite Szenario verwendet entsprechend 0–3 und 0–4. Die regionale Abstufung stammt aus dem Obsan-Modell.
Es geht um modellierte Versorgungsformen für bestimmte Gruppen, nicht um eine individuelle Empfehlung allein anhand einer Pflegestufe. Definition: Kapitel 2.7.1, gedruckte Seite 25.
Was PVS selbst berechnet hat
Wir haben keine neue Bevölkerungsprognose erstellt. Unser Beitrag ist die Umrechnung der veröffentlichten Endpunkte in jährliche Vergleichsgrössen und die Berechnung des verbleibenden Zusatzbedarfs. Dafür verwenden wir ausschliesslich öffentliche Tabellenwerte.
- Zeitraum: 2040 − 2023 = 17 Jahre. Das Erscheinungsjahr 2025 verkürzt diesen Quellenzeitraum nicht auf 15 Jahre.
- Linearer Jahresvergleich: zusätzlicher Bettenbedarf ÷ 17. Beispiel: 26'245 ÷ 17 = 1'543.8; für die Kurzfassung rund 1'540 Betten/Jahr.
- Verbleibender Zusatzbedarf: 26'245 ÷ 36'916 × 100 = 71.1 %. Die Differenz beträgt 10'671 Betten oder 28.9 % des Zusatzbedarfs. Der Nenner ist nicht der gesamte Bettenbestand.
- Äquivalente Jahresrate: ((Basisbetten + Zusatzbedarf) ÷ Basisbetten)1/17 − 1; anschliessend × 100. Das ist eine alternative Darstellung derselben Endpunkte, keine Fortschreibung tatsächlicher Bautätigkeit.
Berechnung mit ungerundeten Eingabewerten. Prozentanteile auf eine Dezimalstelle, Jahresraten auf zwei, lineare Tabellenwerte auf eine Dezimalstelle gerundet. Die Grafik zeigt Jahreswerte auf 10 Betten gerundet. Originalwerte, Formeln und Ergebnisse stehen auch als CSV bereit.
Was daraus nicht folgt
- Eine gleichmässige Verteilung über 17 Jahre zeigt eine Grössenordnung. Die tatsächliche zeitliche Entwicklung kann davon abweichen.
- Die Rechnung vergleicht mit dem Bestand 2023. Sie weist keine heute bereits bestehende oder noch ungedeckte Lücke aus und berücksichtigt keine später gebauten Betten.
- Nettozusatz und Neubau sind unterschiedliche Grössen: Werden Betten geschlossen oder ersetzt, ändert sich die erforderliche Bautätigkeit.
- Die drei Szenarien sind keine vollständige Unsicherheitsbandbreite. Andere demografische oder epidemiologische Annahmen können andere Ergebnisse liefern.
- Alternative Versorgung braucht geeignete Angebote und Personal. Dieser Vergleich untersucht weder ihre Finanzierung noch die individuelle Eignung einer Betreuung zu Hause.
- PVS bietet Vermittlungsleistungen an und ist Herausgeberin dieser Umrechnung. Die Rechnung belegt weder eine Wirkung von PVS noch, dass Live-in-Betreuung die dargestellte Herausforderung lösen kann.
Die ursprüngliche Bedarfsprognose stammt von Obsan. Diese PVS-Fassung ist eine eigenständige sekundäre Auswertung und wurde nicht von Obsan beauftragt oder bestätigt.
Originalquelle, Daten und Zitierweise
Pahud, O., Pellegrini, S., Dorn, M., Dutoit, L. & Zufferey, J. (2025): Bedarf an Alters- und Langzeitpflege in der Schweiz. Aktualisierung der Bedarfsprognosen bis 2040 mit Blick bis 2050. Obsan Bericht 09/2025. Neuchâtel: Obsan. Publiziert am 11. September 2025; Original-PDF geprüft am 7. September 2026.
- Publikationsseite des Obsan
- Original-PDF: Grafik und Tabelle G 5.1, S. 46 (PDF-Seite 48)
- Bestandsdefinition: S. 45, Fussnote 19. Szenariodefinition: S. 25. Gegenprüfung des Zusatzbedarfs: Tabelle T 5.1, S. 47.
Pflegevermittlung Schweiz (2026): Pflegebedarf 2040 – Was alternative Versorgung am Ausbau verändert. Eigene rechnerische Einordnung der Obsan-Szenarien 09/2025, G 5.1, S. 46. Analyse v1.0.0, geprüft am 7. September 2026. Zur redaktionellen Verwendung freigegeben. https://pflegevermittlungschweiz.ch/medien/studien/pflegebedarf-2040
Versionshistorie: 7. September 2026, v1.0.0: erste Auswertung; zur Veröffentlichung freigegeben am 10. September 2026. Hinweise auf Fehler und redaktionelle Rückfragen: info@pflegevermittlungschweiz.ch.
