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Marian Birkholz

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ältere Dame mit Mobilitäshilfe

Mobilitätshilfen: Selbstständig unterwegs

Geschrieben von

Lukas Meier

Veröffentlicht am

Mobilitätshilfen im Überblick: Grundlegende Orientierung für mehr Bewegungsfreiheit

Mobilitätshilfen ermöglichen Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit ein höheres Mass an Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Bedeutung dieser Hilfsmittel zeigt sich besonders deutlich in der aktuellen Entwicklung: Gemäss einer Erhebung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften nutzen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen durchschnittlich zwei verschiedene Hilfsmittel, um ihren Alltag zu bewältigen [ZHAW].

Die Auswahl an Mobilitätshilfen gestaltet sich vielfältig und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Nutzer. Während Gehstöcke und Unterarmgehstützen bei leichten Gehbehinderungen Stabilität bieten, unterstützen Rollatoren durch ihre erhöhte Standfestigkeit bei ausgeprägteren Gleichgewichtsstörungen. Rollstühle und Elektromobile kommen zum Einsatz, wenn das eigenständige Gehen nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Besondere Bedeutung kommt der ergonomischen Anpassung der Hilfsmittel zu. Die korrekte Einstellung der Höhe bei Gehhilfen sowie die individuelle Anpassung von Rollstühlen an Körpermasse und Bewegungsfähigkeit bilden die Grundlage für eine sichere Nutzung. Das Bundesamt für Sozialversicherungen betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer fachkundigen Beratung vor der Anschaffung [BSV].

Neben der physischen Unterstützung tragen Mobilitätshilfen wesentlich zur psychischen Gesundheit bei. Die Möglichkeit, sich selbstständig fortzubewegen, fördert das Selbstvertrauen und ermöglicht soziale Kontakte ausserhalb der eigenen vier Wände. Dabei gilt es, die Hilfsmittel stets als Unterstützung zu verstehen, die vorhandene Fähigkeiten optimal ergänzt und die verbleibende Mobilität gezielt fördert.

Die Wahl der passenden Mobilitätshilfe hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Grad der Bewegungseinschränkung, dem hauptsächlichen Einsatzbereich sowie den räumlichen Gegebenheiten im Wohnumfeld. Auch die körperliche Konstitution und die kognitiven Fähigkeiten spielen bei der Auswahl eine entscheidende Rolle. Eine sorgfältige Abwägung dieser Aspekte bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Nutzung der gewählten Mobilitätshilfe.

Die passende Gehhilfe finden: Von Gehstöcken bis zu Rollatoren

Gehhilfen bieten Menschen mit leichten bis mittelschweren Mobilitätseinschränkungen die Möglichkeit, sich sicher und selbstständig fortzubewegen. Die Auswahl der passenden Gehhilfe richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf und den körperlichen Voraussetzungen der Nutzer. Das Bundesamt für Sozialversicherungen verzeichnet eine steigende Nachfrage nach ergonomisch angepassten Gehhilfen, die den Bewegungsapparat optimal unterstützen [BSV].

Gehstöcke eignen sich besonders bei leichten Gleichgewichtsstörungen oder zur Entlastung eines Beines. Die anatomisch geformten Handgriffe verteilen den Druck gleichmässig auf die Hand und ermöglichen eine natürliche Handhaltung. Unterarmgehstützen bieten durch die zusätzliche Abstützung am Unterarm mehr Stabilität und eignen sich bei erhöhtem Unterstützungsbedarf oder zur temporären Entlastung nach Verletzungen.

Vierpunktgehstöcke gewährleisten durch ihre breitere Standfläche eine erhöhte Stabilität. Die vergrösserte Auflagefläche vermittelt mehr Sicherheit beim Gehen und Stehen. Diese Variante kommt häufig bei neurologischen Erkrankungen oder ausgeprägteren Gleichgewichtsstörungen zum Einsatz. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften betont in ihrer Mobilitätsstudie die besondere Bedeutung der Standsicherheit für das Vertrauen in die eigene Mobilität [ZHAW].

Rollatoren vereinen maximale Stabilität mit der Möglichkeit zum Transport von Gegenständen. Die Ausstattung mit Handbremsen, einem Sitz zum Ausruhen und einem Transportkorb macht sie zu vielseitigen Alltagsbegleitern. Moderne Modelle lassen sich platzsparend zusammenklappen und verfügen über höhenverstellbare Griffe für eine ergonomische Körperhaltung. Der Wendekreis und das Gewicht des Rollators spielen besonders in engen Räumen eine wichtige Rolle.

Die korrekte Einstellung der Gehhilfe auf die Körpergrösse bildet die Grundlage für eine sichere Nutzung. Bei allen Varianten sollten die Handgriffe etwa auf Höhe der Hüftgelenke liegen, sodass die Ellbogen in einer leichten Beugestellung von 20 bis 30 Grad gehalten werden können. Diese Position ermöglicht eine optimale Kraftübertragung und beugt Fehlhaltungen vor. Regelmässige Kontrollen der Gummipuffer an den Auflageflächen gewährleisten dauerhaft sicheren Halt.

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Rollstühle und Elektromobile: Fortbewegung bei eingeschränkter Gehfähigkeit

Rollstühle und Elektromobile ermöglichen Menschen mit stark eingeschränkter Gehfähigkeit eine weitgehend selbstständige Mobilität. Die Wahl zwischen manuellen Rollstühlen und elektrisch betriebenen Modellen richtet sich nach den körperlichen Fähigkeiten und dem Einsatzbereich. Aktuelle Erhebungen des Bundesamts für Sozialversicherungen zeigen, dass die Nachfrage nach elektrisch unterstützten Mobilitätshilfen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist [BSV].

Manuelle Rollstühle eignen sich besonders für Menschen mit ausreichender Armkraft und guter Rumpfstabilität. Die Modelle unterscheiden sich in Sitzposition, Rahmenform und Antriebsart. Faltbare Varianten erleichtern den Transport im Auto, während Aktivrollstühle durch ihr geringes Gewicht und die kompakte Bauweise eine hohe Wendigkeit bieten. Stabile Standardrollstühle kommen vorwiegend in Innenräumen oder bei gelegentlicher Nutzung zum Einsatz.

Elektrorollstühle bieten durch ihren Motorantrieb mehr Unabhängigkeit bei längeren Strecken oder eingeschränkter Armkraft. Die Steuerung erfolgt über einen Joystick, der auch bei eingeschränkter Handfunktion bedienbar ist. Moderne Modelle verfügen über verschiedene Geschwindigkeitsstufen und anpassbare Sitzpositionen. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften betont in ihrer Mobilitätsstudie die positive Auswirkung elektrischer Mobilitätshilfen auf die soziale Teilhabe [ZHAW].

Elektromobile, auch Scooter genannt, eignen sich besonders für Menschen, die noch kurze Strecken zu Fuss zurücklegen können. Diese Gefährte bieten durch ihre aufrechte Sitzposition einen bequemen Ein- und Ausstieg. Die Reichweite der Akkus ermöglicht mehrere Kilometer Fahrstrecke, wodurch längere Ausflüge und Besorgungen problemlos möglich sind. Besonders praktisch erweisen sich zerlegbare Modelle, die sich platzsparend im Kofferraum transportieren lassen.

Die Anpassung des Rollstuhls oder Elektromobils an die individuellen Körpermasse spielt eine zentrale Rolle für den Sitzkomfort und die Gesundheit. Die richtige Sitzbreite und -tiefe, die Rückenhöhe sowie die Position der Armlehnen und Fussstützen beeinflussen die Körperhaltung und damit das Wohlbefinden bei längerer Nutzung. Regelmässige Wartung der mechanischen Teile und der Elektronik gewährleistet dauerhaft sichere Mobilität.

Transferhilfen für sicheres Aufstehen und Umsetzen im Alltag

Transferhilfen unterstützen den sicheren Wechsel zwischen verschiedenen Positionen und Sitzgelegenheiten im Alltag. Diese speziellen Hilfsmittel ermöglichen mehr Selbstständigkeit beim Aufstehen, Umsetzen und bei der Bewegung im Bett. Aktuelle Untersuchungen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften belegen, dass der Einsatz von Transferhilfen das Verletzungsrisiko deutlich reduziert und gleichzeitig das Selbstvertrauen der Nutzenden stärkt [ZHAW].

Aufstehhilfen für Sessel und Stühle arbeiten mit einem Hebemechanismus, der die natürliche Aufstehbewegung unterstützt. Die Konstruktion nutzt dabei das Eigengewicht der Person und wandelt es in Aufstehkraft um. Elektrische Aufstehsessel bieten zusätzlichen Komfort durch motorgesteuerte Bewegungsabläufe. Die sanfte Hebefunktion ermöglicht ein kontrolliertes und kraftsparendes Aufstehen.

Bettaufrichter und Aufstehhilfen für das Bett erleichtern das morgendliche Aufstehen sowie die Lagerungsveränderung während der Nachtruhe. Stabile Haltegriffe am Bett bieten Sicherheit beim Transfer vom Liegen in den Sitz. Das Bundesamt für Sozialversicherungen empfiehlt besonders bei eingeschränkter Rumpfkraft die Verwendung von Bettgalgen zur eigenständigen Positionsveränderung [BSV].

Drehkissen und Rutschbretter erweisen sich als praktische Helfer beim Transfer zwischen verschiedenen Sitzflächen. Die gleitfähige Oberfläche der Rutschbretter ermöglicht ein sicheres Übersetzen zwischen Rollstuhl und anderen Sitzgelegenheiten. Drehkissen unterstützen durch ihre rotierende Funktion beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto oder beim Drehen am Esstisch.

Mobile Personenlifter kommen zum Einsatz, wenn das eigenständige Aufstehen nicht mehr möglich ist. Diese Hebevorrichtungen ermöglichen einen würdevollen und sicheren Transfer zwischen Bett, Rollstuhl oder Sanitäreinrichtungen. Die verschiedenen Gurtsysteme lassen sich an unterschiedliche Körperformen und Transfersituationen anpassen. Deckenliftersysteme bieten eine platzsparende Alternative für häufig genutzte Transferwege innerhalb der Wohnung.

Finanzierung und Kostenübernahme von Mobilitätshilfen in der Schweiz

Die Finanzierung von Mobilitätshilfen erfolgt in der Schweiz über verschiedene Sozialversicherungen und Kostenträger. Die Invalidenversicherung (IV) übernimmt bei Erwerbstätigen die Kosten für Hilfsmittel, die der beruflichen Integration dienen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen verzeichnet dabei eine steigende Anzahl bewilligter Gesuche für moderne Mobilitätshilfen [BSV].

Im Rentenalter tritt die Altersversicherung (AHV) als wichtiger Kostenträger auf. Die AHV beteiligt sich an den Kosten für Hilfsmittel, die ein selbstständiges Leben ermöglichen. Bei einfachen Hilfsmitteln wie Gehstöcken oder Rollatoren erfolgt die Finanzierung meist über einen Pauschalbetrag. Komplexere Hilfsmittel wie Elektrorollstühle werden nach individueller Prüfung bewilligt.

Die Ergänzungsleistungen (EL) bieten zusätzliche finanzielle Unterstützung bei nachgewiesenem Bedarf. Besonders bei kostenintensiven Anschaffungen wie Treppenliften oder elektrischen Aufstehhilfen können EL-Bezüger zusätzliche Leistungen beantragen. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften bestätigt in ihrer Analyse die zentrale Rolle der Ergänzungsleistungen für die Mobilität einkommensschwacher Personen [ZHAW].

Krankenkassen übernehmen bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten für temporär benötigte Hilfsmittel. Dies betrifft beispielsweise Rollstühle oder Gehhilfen während der Rehabilitation nach Operationen oder Unfällen. Die Kostenübernahme erfolgt dabei meist in Form einer Miete oder Leihgebühr für den benötigten Zeitraum.

Der Antragsprozess für Mobilitätshilfen beginnt mit einer ärztlichen Verordnung, die den Bedarf dokumentiert. Anschliessend erfolgt die Einreichung bei der zuständigen Versicherung. Fachstellen und Hilfsmittelberatungen unterstützen bei der Auswahl des passenden Hilfsmittels und der Antragstellung. Nach der Bewilligung kann die Beschaffung über einen zertifizierten Fachhändler erfolgen, der auch die korrekte Anpassung gewährleistet.

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Quellenverzeichnis

  1. Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Bericht zur Kostenübernahme von Mobilitätshilfen in der Schweiz. Bern: Schweizerische Eidgenossenschaft, 2023.
  2. Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Mobilität, gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit von Personen mit Behinderungen. 2023. https://www.zhaw.ch/de/forschung/projekt/74349
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Lukas Meier

Freier Redakteur

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