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Marian Birkholz

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alte Frau steigt Treppe hinunter

Stufen überwinden: Barrierefrei durch den Alltag

Geschrieben von

Lukas Meier

Veröffentlicht am

Gesundheitliche Risiken beim Treppensteigen: Aktuelle Zahlen und Erkenntnisse

Das Treppensteigen stellt im Alltag eine bedeutende Herausforderung dar, die mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann. Die aktuellen Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung zeigen die Dimension dieser Problematik deutlich auf: Jährlich verletzen sich in der Schweiz über 50.000 Personen bei Stürzen auf Treppen und Stufen. Besonders besorgniserregend ist dabei die Tatsache, dass mehr als 90 Menschen pro Jahr an den Folgen eines Treppensturzes versterben [Meyer].

Die Risikofaktoren beim Treppensteigen sind vielfältig und betreffen besonders ältere Menschen. Bei Personen zwischen 65 und 79 Jahren ereignen sich bereits bei 26 Prozent Stürze im häuslichen Umfeld. Diese Quote steigt bei Menschen über 80 Jahren auf 33 Prozent an. Besonders alarmierend ist der Umstand, dass mehr als ein Zehntel der über 80-Jährigen mehrfach im Jahr stürzt [Meyer].

Die baulichen Gegebenheiten spielen bei der Entstehung von Unfällen eine zentrale Rolle. Untersuchungen öffentlicher Treppen offenbaren gravierende Sicherheitsmängel: Bei mehr als zwei Dritteln der kontrollierten Treppen weisen die Stufen Höhenunterschiede von mindestens sechs Millimetern auf. Diese scheinbar geringen Abweichungen erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Verschärft wird die Situation durch fehlende oder mangelhafte Sicherheitseinrichtungen – nur ein Drittel der öffentlichen Treppen verfügt über die vorgeschriebenen zwei Handläufe.

Die gesundheitlichen Folgen von Treppenstürzen sind oft schwerwiegend und langwierig. Besonders bei älteren Menschen führen solche Unfälle häufig zu komplexen Verletzungsmustern, die eine intensive medizinische Behandlung und längere Rehabilitationsphasen erfordern. Die dadurch entstehenden Einschränkungen der Mobilität können die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen und weitere gesundheitliche Komplikationen nach sich ziehen.

Angesichts dieser Erkenntnisse gewinnt die Prävention von Treppenstürzen zunehmend an Bedeutung. Die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren und die Implementierung geeigneter Schutzmassnahmen sind entscheidend, um die Sicherheit beim Treppensteigen zu erhöhen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Technische Hilfsmittel für barrierefreie Mobilität im Treppenbereich

Moderne technische Hilfsmittel ermöglichen eine sichere und selbstständige Überwindung von Treppen. Treppenlifte stellen dabei eine zentrale Lösung dar, die sich individuell an die baulichen Gegebenheiten anpassen lässt. Diese Systeme können sowohl bei geraden als auch bei kurvigen Treppenverläufen installiert werden und bieten durch ihre ausgefeilte Sicherheitstechnik maximalen Schutz bei der Nutzung.

Hebebühnen und Treppenplattformlifte eignen sich besonders für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Diese Systeme ermöglichen eine autonome Nutzung und können sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich installiert werden. Die Bedienung erfolgt über einfach zu erreichende Steuerungselemente, die auch bei eingeschränkter Beweglichkeit gut zu handhaben sind.

Mobile Treppensteighilfen bieten eine flexible Alternative zu fest installierten Systemen. Diese transportablen Geräte können bei Bedarf eingesetzt werden und sind besonders für temporäre Nutzung oder wechselnde Einsatzorte geeignet. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung empfiehlt dabei stets die Verwendung von geprüften und zertifizierten Modellen, die den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen [Meyer].

Für Personen mit leichteren Mobilitätseinschränkungen können spezielle Handlaufsysteme eine wertvolle Unterstützung darstellen. Diese verfügen über ergonomisch geformte Griffprofile und können beidseitig montiert werden. Die Installation von zusätzlichen Beleuchtungselementen im Handlauf erhöht die Sicherheit besonders in den Abend- und Nachtstunden erheblich.

Die Wahl des passenden technischen Hilfsmittels sollte stets auf Basis einer gründlichen Analyse der individuellen Bedürfnisse und räumlichen Gegebenheiten erfolgen. Dabei zeigt die Erfahrung aus der Praxis, dass eine professionelle Beratung durch Fachstellen unerlässlich ist, um die optimale Lösung für die jeweilige Situation zu finden. Die kantonalen Beratungsstellen bieten hierzu umfassende Unterstützung bei der Evaluation und Auswahl geeigneter Systeme [Meyer].

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älterer Mann der auf der Couch am Tablet sitzt

Bauliche Massnahmen zur Verbesserung der Treppensicherheit

Die bauliche Gestaltung von Treppen spielt eine zentrale Rolle für deren sichere Nutzung. Grundlegende Anforderungen betreffen dabei die einheitliche Stufenhöhe und -tiefe, die über den gesamten Treppenverlauf konstant bleiben muss. Aktuelle Untersuchungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung zeigen, dass bereits Höhenunterschiede von wenigen Millimetern das Sturzrisiko deutlich erhöhen können [Meyer].

Rutschhemmende Bodenbeläge und kontrastierende Stufenmarkierungen tragen ebenfalls wesentlich zur Treppensicherheit bei. Die Stufenvorderkanten sollten durch farbliche Absetzung oder taktile Elemente deutlich erkennbar sein. Besonders in öffentlichen Gebäuden hat sich die Installation von Antirutschstreifen bewährt, die auch bei Nässe einen sicheren Tritt gewährleisten.

Eine ausreichende Beleuchtung ist für die sichere Treppennutzung unerlässlich. Dabei sollten Lichtquellen so positioniert werden, dass keine störenden Schatten entstehen. Bewegungsmelder ermöglichen eine automatische Beleuchtungssteuerung und sorgen für durchgängig gute Sichtverhältnisse. Die Integration von LED-Streifen in die Stufenkanten bietet zusätzliche Orientierung, besonders in der Dämmerung.

Die korrekte Dimensionierung der Treppenbreite ermöglicht nicht nur eine komfortable Nutzung, sondern auch die sichere Montage von beidseitigen Handläufen. Gemäss aktuellen Bauvorschriften müssen diese in einer ergonomisch günstigen Höhe angebracht sein und über die erste und letzte Stufe hinausragen. Untersuchungen belegen, dass durchgängige Handlaufsysteme das Sturzrisiko erheblich reduzieren [Meyer].

Podeste und Zwischenabsätze bei längeren Treppen bieten wichtige Ruhezonen und erhöhen die Sicherheit. Die Gestaltung dieser Bereiche sollte ausreichend Platz für kurze Pausen vorsehen. Zusätzlich können Sitzmöglichkeiten auf den Podesten installiert werden, die besonders älteren Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität zugutekommen.

Finanzielle Unterstützung und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Finanzierung von Hilfsmitteln und baulichen Anpassungen zur Überwindung von Treppen wird durch verschiedene Sozialversicherungen unterstützt. Die Invalidenversicherung (IV) übernimmt bei medizinisch nachgewiesener Notwendigkeit einen erheblichen Teil der Kosten für technische Hilfsmittel. Dabei werden sowohl die Anschaffung als auch die Installation von Treppenliften und ähnlichen Einrichtungen berücksichtigt [Meyer].

Für Rentner im AHV-Alter besteht die Möglichkeit, Hilfsmittel über die Altersversicherung zu beziehen. Die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV können zusätzlich für notwendige Umbaumassnahmen im Wohnbereich beansprucht werden. Diese Leistungen umfassen auch die Finanzierung von Treppenhandläufen oder rutschhemmenden Bodenbelägen.

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) bildet die rechtliche Grundlage für barrierefreies Bauen in der Schweiz. Bei öffentlich zugänglichen Gebäuden müssen entsprechende Massnahmen zur Überwindung von Treppen zwingend umgesetzt werden. Private Bauherren sind bei Neubauten oder umfassenden Renovationen ebenfalls verpflichtet, die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu berücksichtigen [Meyer].

Kantonale Förderprogramme bieten zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Anpassung bestehender Bauten. Diese Programme zielen darauf ab, den Wohnraum altersgerecht und barrierefrei zu gestalten. Die Beiträge variieren je nach Kanton und können mit anderen Fördermitteln kombiniert werden.

Gemeinnützige Stiftungen und Organisationen ergänzen das staatliche Unterstützungsangebot. Diese Institutionen gewähren in Härtefällen zusätzliche finanzielle Hilfen oder stellen Beratungsleistungen zur Verfügung. Die Kombination verschiedener Finanzierungsquellen ermöglicht oft eine umfassende Lösung für die barrierefreie Gestaltung von Treppen.

Präventive Massnahmen zur sicheren Treppennutzung

Regelmässige Bewegung und gezieltes Training tragen wesentlich zur Sturzprävention bei. Physiotherapeutische Übungen stärken die Muskulatur und verbessern das Gleichgewicht, wodurch die Sicherheit beim Treppensteigen deutlich erhöht wird. Besonders effektiv sind dabei Übungen, die speziell auf die Kräftigung der Beinmuskulatur und die Verbesserung der Koordination ausgerichtet sind [Meyer].

Die richtige Schuhwahl spielt eine zentrale Rolle bei der sicheren Treppennutzung. Festes Schuhwerk mit rutschhemmenden Sohlen bietet optimalen Halt auf den Stufen. Besonders im häuslichen Bereich sollten lose sitzende Hausschuhe oder rutschige Socken vermieden werden, da diese das Sturzrisiko erheblich erhöhen.

Eine angepasste Gehgeschwindigkeit und bewusstes Treppensteigen reduzieren das Unfallrisiko massgeblich. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung empfiehlt, beim Treppensteigen stets den Handlauf zu benutzen und die volle Aufmerksamkeit auf den Weg zu richten. Ablenkungen durch Gespräche oder die Nutzung mobiler Geräte sollten während der Treppennutzung vermieden werden [Meyer].

Die regelmässige Überprüfung der Sehfähigkeit und eine angepasste Sehhilfe sind weitere wichtige präventive Massnahmen. Gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen oder in der Dämmerung ist eine gute Sicht entscheidend für die sichere Einschätzung von Stufenhöhen und -kanten.

Eine vorausschauende Planung der Tagesaktivitäten kann zusätzlich zur Sturzvermeidung beitragen. Die Nutzung von Treppen sollte möglichst in ausgeruhtem Zustand erfolgen. Bei Müdigkeit oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente ist besondere Vorsicht geboten. Die Mitnahme schwerer Lasten auf Treppen sollte nach Möglichkeit vermieden oder auf mehrere Gänge verteilt werden.

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Quellenverzeichnis

  1. Meyer, T. (2016): BILDUNGSGRENZEN IM SPIEGEL DER PANEL-STUDIE TREE. Schweizerische Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF). https://boris.unibe.ch/99240/1/Meyer_2016_Bildungsgrenzen.pdf
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Lukas Meier

Freier Redakteur

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